Jahresbericht 2021

Senioren

Alters- und alternsgerechte Gemeindeentwicklung im Landkreis

Der Landkreis Ostallgäu unterstützt seit Jahren die Entwicklung und Umsetzung von generationengerechten Konzepten zur Quartiers- und Gemeindeentwicklung und strebt an, weitere Kommunen in diesen Prozess einzubeziehen. Die Gemeindeentwicklung bezieht sich je nach Infrastruktur auf die Sicherung der Nahversorgung, wohnortnahe Gesundheitsversorgung, Mobilitätssicherung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, niederschwellige Beratung und Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich, Umsetzung alternativer Wohnformen, sowie den Aufbau organisierter Nachbarschaftshilfe. Sie trägt maßgeblich dazu bei für alle Generationen die eigene Gemeinde als lebenswerten und attraktiven Ort, auch im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit, zu erhalten, einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit sicherzustellen und bei Bedarf möglichst wohnortnahe Unterstützungsangebote zu entwickeln. Begleitet durch die Fachstelle Senioren des Landkreises machen sich immer mehr Gemeinden und Städte im Ostallgäu auf den Weg altersgerechte Quartierskonzepte zu erarbeiten und umzusetzen sowie vorhandene Fördermöglichkeiten zu nutzen.

 

 

Immer mehr Gemeinden erarbeiten Quartierskonzepte

 

Die Stadt Buchloe hat im Oktober das Ziel erreicht, eine Quartiersmanagement-Stelle in Vollzeit zu etablieren, von der die Hälfte in den ersten vier Jahren vom Freistaat gefördert wird Ebenso hat die Gemeinde Waal seit Juli eine Quartiersmanagerin mit einer Halbtagsstelle gewinnen können. Die Gemeinde Jengen hat mittlerweile ein Konzept erarbeitet und einen Antrag auf Förderung beim Freistaat eingereicht. Die Gemeinde Schwangau befindet sich mitten im Beteiligungsprozess zur Erarbeitung eines Konzepts und strebt die zeitnahe Einreichung eines Förderantrags an.

Die bereits bestehenden Quartiersprojekte der Gemeinde Pfronten, Irsee, sowie jeweils im Verbund in Biessenhofen und Bidingen, sowie in Aitrang und Ruderatshofen bieten regelmäßig vielfältige Veranstaltungen an und nehmen sich verschiedener für die BürgerInnen wichtiger Themen an, wie z.B. Wohnmöglichkeiten im Alter, Fahrdienste oder der Begegnung der Generationen im Gemeindealltag.

 

 

Landkreis fördert Austausch und Kooperation

 

Jährlich wird von der Fachstelle Senioren des Landkreises ein Austauschtreffen für aller Gemeinden organisiert, die bereits ein altersgerechtes Quartiersmanagement eingeführt haben, gerade im Prozess sind oder vor der Entscheidung stehen sich dorthin auf den Weg zu machen. In 2023 fand dieser produktive Austausch, bei dem neben Seniorenbeauftragten, Quartiersmanagerinnen und Vertretern des Landkreises auch sechs Bürgermeister teilnahmen, in der Gemeinde Irsee statt. Neben dem Austausch und der gegenseitigen Beratung wurden die geplanten Wohnangebote in Irsee sowie das Projekt „Wohnen für Hilfe“ vorgestellt.

Ziel des Projektes ist es, ältere Menschen, die über ungenutzten Wohnraum verfügen und junge Menschen oder Familien, die eine bezahlbare Wohnung suchen und gerne älteren Menschen helfen, zusammen zu bringen um Synergien zu erzeugen.

 

 

 

 

Schulung zum Seniorenbegleiter: Landkreis und Bistum bieten Schulung an

Gemeinsam mit dem Bistum Augsburg hat der Landkreis Ostallgäu erneut eine Schulung zum/zur Seniorenbegleiter*in angeboten. Trotz des neuen Schulungskonzepts zur Erbringung von Leistungen gemäß § 45a SGB XI und den dadurch veränderten Schulungsbedingungen, haben sich erfreulicherweise wieder über 23 Personen auf den Weg gemacht. Das Schulungsangebot richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich für ältere Menschen in der Pfarrgemeinde oder Kommune engagieren möchten. Die Teilnahme an der Schulung ist Voraussetzung für die Mitarbeit in landesrechtlich anerkannten niedrigschwelligen Diensten. Für pflegende Angehörige, ehrenamtliche Helfer und Interessierte, ist die Schulung kostenlos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vernetzung, Beratung, Begleitung und Schulung der gemeindlichen Seniorenbeauftragten

Fachtag für gemeindliche Senioren- und Behindertenbeauftragte

 

Zum zweiten Mal wurde vom Landkreis ein gemeinsamer Fachtag der gemeindlichen Senioren-  und Behindertenbeauftragten organisiert, insbesondere, weil viele Themen der beiden Zielgruppen sich überschneiden und in manchen Gemeinden dieselbe Person beide Aufgaben innehat. Etwa die Hälfte der Gemeinden des Landkreises waren bei dem Fachtag am Elbsee vertreten, was bei einem unbezahlten Ehrenamt eine sehr gute Beteiligung ist.

Quartiersmanagement und Gemeindeentwicklung waren der Schwerpunkt des Fachtags. Es wurde diskutiert wie die Gemeinde so gestaltet werden könne, dass die Menschen trotz Alter oder Einschränkung, so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben können.

Mehrere Vorträge brachten die Anwesenden auf den aktuellen Stand. Was ist das Seniorenpolitische Gesamtkonzept? Wie wird eigentlich Barrierefreiheit im Bauen beurteilt? Welche Unterstützungsmöglichkeiten und finanzielle Förderungen gibt es bei der Gemeindeentwicklung?

Eine Referentin vom Sozialplanungsinstitut AfA leitete nach der Mittagspause in einen Workshop, bei dem die Teilnehmenden im Team erarbeiteten, wie sie in ihrer Gemeinde Verbesserungen in der Lebensqualität ihrer Zielgruppen erzielen könnten. Ein klares Fazit der 25 teilnehmenden Senioren- und Behindertenbeauftragten am Ende: Quartiersmanagement und Gemeindeentwicklung sind schwierige Begriffe, aber wichtig für die Zukunft.

 

 

Schulung „Fit für die Grundlagen der Seniorenvertretung“

 

Zum ersten Mal wurde von der Fachstelle Senioren des Landkreises allen gemeindlichen Seniorenbeauftragten im Landratsamt eine kostenlose Schulung angeboten.

Die Referentinnen der Bayerischen Seniorenakademie gaben einen Überblick über das nötige Grundwissen für die Aufgaben und Tätigkeiten einer Seniorenvertretung und informierten über wichtige Themenfelder, die für Seniorenvertretungen relevant sein können. So gab es u.a. Tips zur Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Gemeinderat, eine Einführung in die lokale Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erarbeitung von Gesprächsstrategien zur Planung und Umsetzung von Projekten.

 

 

 

Eröffnung Erweiterungsbau mit Hospizzimmer im Pflegeheim Wiltschka

Im feierlichen Rahmen wurde der Erweiterungsbau eingeweiht, welcher neben anderen Angeboten das zweite Hospizzimmer für externe Bürger im Ostallgäu anbietet. Sowohl der Hospizverein KF-OAL, als auch die Geschäftsführung und Heimleitung dankten dem Landkreis für die Förderung der dem Hospizverein entstehenden Personalkosten für Palliativfachkräfte zur Betreuung des Zimmers.

Damit schwerstkranke Menschen in Ihrer nahen Umgebung und in der Nähe ihrer Vertrauten bleiben können und doch die notwendige Hilfe und Unterstützung bekommen, ist es dem Landkreis ein großes Anliegen, hier Unterstützung und Sorge zu tragen.

Das Hospizzimmer ist groß, hell und sehr ansprechend eingerichtet. Es gibt auch eine Schlafmöglichkeit für Angehörige. Seit der Inbetriebnahme zum 01.05.2023 wurde das Angebot des Hospizzimmers bereits oft genutzt. Das zweite Hospizzimmer im Landkreis befindet sich im Senioren- und Pflegeheim in Waal, das unter der Trägerschaft des Eigenbetriebs des Landkreises steht.

 

 

Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen und Bezuschussung von Seiten des Landkreises

In den letzten Jahren hat sich die Lebenswelt der Senioren stark gewandelt. Im Mittelpunkt steht heute mehr denn je eine aktive und selbstbestimmte Lebensgestaltung. Diese positive Entwicklung wollen die Volkshochschulen gemeinsam mit dem Landkreis Ostallgäu unterstützen. Daher wurden spezielle Kurse für die Generation 60+ gemeinsam entwickelt und im Rahmen des Volkshochschulprogramms angeboten. So wurden z. B. Kurse zur Nutzung des Internets kontinuierlich mit Erfolg angeboten. Erfreulicherweise wurden auch generationsübergreifend Angebote für Großeltern und deren Enkel, wie ein Nähkurs, das Dinner-Knigge-Event, oder „Der Natur auf der Spur- Kräuterkunde mit Gedächtnistraining im Freien“ gut angenommen.

 

 

 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Soziale Entwicklung
Irmgard Haberberger

Tel. 08342 911-475
Fax 08342 911-563
 
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