Jahresbericht 2021

Inklusion

Inklusionskoordination 2023

Im Landkreis Ostallgäu gibt es 2023 über 17.000 Menschen mit einer beim Inklusionsamt gemeldeten Behinderung. Das sind 11,7% der gesamten Bevölkerung oder jeder achte Mensch im Landkreis. Viele haben eine schwere Einschränkung, melden sich aber nicht. Manche wissen nicht, dass man dadurch Vorteile bekommt, andere trauen sich nicht.

 

Die Inklusionskoordination hat die Aufgabe, für alle Menschen mit Behinderung die Teilhabe in der Gesellschaft zu erleichtern. Sie unterstützt professionelle und ehrenamtliche Organisationen, welche die Inklusion fördern. Inklusion heißt, dass Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

 

 

 

Fortschreibung Aktionsplan

Wie umfassend das Thema Inklusion ist, zeigt der Aktionsplan „Gut leben inklusive – im Ostallgäu“. Der Aktionsplan umfasst die Maßnahmen und Projekte, mit welchen der Landkreis die Teilhabe verbessern möchte. Das erfolgt in den verschiedensten Bereichen: Bildung, Arbeit, Bauen oder Freizeit (und weitere mehr).

 

2016 wurde der erste Aktionsplan veröffentlicht. Seitdem ist viel passiert und der Aktionsplan ist in die Jahre gekommen. Denn in den letzten Jahren hat sich viel für Menschen mit Behinderung verändert. Deshalb braucht es neue Ideen und Projekte. Der Aktionsplan wird deshalb fortgeschrieben.

 

Die Arbeit an der Fortschreibung ist intensiv, da viele Personen und Organisationen beteiligt werden. Im Jahr 2024 ist der neue Aktionsplan fertig.

 

 

 

Verleihung Inklusionsblume

Inklusion lebt auch von guten Beispielen, denn diese motivieren für mehr Engagement. Der Landkreis verleiht die Inklusionsblume an Einzelpersonen oder Gruppen, die sich besonders für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen.

 

Landrätin Maria Rita Zinnecker hat 2023 die Auszeichnung bei einer Festveranstaltung im Landratsamt an insgesamt neun Personen und Organisationen verliehen. Ausgezeichnet wurden:

  • -Wolfgang Neumayer, Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V.,
  • -die Inklusionsfirma Irseer Kreis Versand gGmbH,
  • -der Turnverein Nesselwang e.V. 1910 und
  • -der Kreisjugendring Ostallgäu.

 

Wegen den Corona-Einschränkungen erhielten diese Ausgezeichneten ihre Urkunden aber erst 2023 persönlich.

 

Die Vorstellung der Ausgezeichneten erfolgte durch ehemalige Ausgezeichnete, Vertreter der Offenen Behindertenarbeit und der Wohnheim- und Werkstattbeiräte. Das Musik-Duo „Bergmangecho“ spielte während der Feier.

 

 

Aktionstag Jugend und Menschen mit Behinderung

Alle zwei Jahre ist der Aktionstag „Jugend und Menschen mit Behinderung“ in Marktoberdorf. Bei perfektem Wetter war dieses Jahr die Innenstadt wieder gefüllt mit vielen Besuchern. Dreißig Stände haben zum Mitmachen eingeladen. Es gab Aktionen zum Mitmachen, wie Schachspielen, Kirschkernspucken, einen Rollstuhl-Parcours und vieles mehr.

 

Auch die Inklusionskoordination war mit dem Kreisbehindertenbeauftragten und der Selbsthilfe-Kontaktstelle-Kempten vertreten. An ihrem gemeinsamen Stand konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der „Ostallgäu-Rallye“ teilnehmen oder Blindenbrillen ausprobieren.

 

 

 

GPV Forum

Der Gemeindepsychiatrische Verbund Kaufbeuren-Ostallgäu veranstaltet zusammen mit der Inklusionskoordination im Ostallgäu jedes Jahr ein Forum. Dort informieren sich Fachleute zu aktuellen Themen im Bereich „Psychische Erkrankung“. 2023 ging es um Trialog-Veranstaltungen. Bei dieser Art der Veranstaltung kommen Betroffene von psychischer Erkrankung, Angehörige und professionelle Begleiter zusammen.

 

Trialog-Veranstaltungen gibt es schon in anderen Städten. In Dresden finden sie seit mehreren Jahren statt. Matthias Mader von der Klinikseelsorge Kaufbeuren hat sie damals mitorganisiert und berichtete im Forum von seinen Erfahrungen.

 

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Dr. Gudrun Starringer, Oberärztin am BKH Kaufbeuren, den Nutzen von Trialog-Veranstaltungen erklärt. Im Trialog sind Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Mitarbeitende psychiatrischer Einrichtungen gleichberechtigt. Deshalb helfen die Veranstaltungen auch Medizinern, psychische Erkrankungen besser zu verstehen.

 

Sehr eindringlich stellte Kerstin Schubert als ehemalige Psychiatrie-Patientin ihre eigenen Gedanken zum Trialog vor. Sie ist heute EX-IN-Begleiterin und hilft mit ihren Erfahrungen anderen Menschen mit psychischer Erkrankung.

 

Der erste Trialog fand im Oktober in der VHS Kaufbeuren statt und war sehr gut besucht. Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt. Die aktuellen Termine werden auf der Website des Landratsamtes veröffentlicht.

 

 

Fortbildung Einfache Sprache

Amtsdeutsch ist für viele Menschen kaum oder gar nicht verständlich. Die Schreiben von Behörden müssen zwar rechtssicher sein und dadurch werden sie schnell kompliziert. Aber es gibt eine Möglichkeit, das zu vermeiden. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch verständlich sein können.

 

Wie man Texte in einfacher Sprache schreibt und mit Bürgerinnen und Bürgern in verständlicher Sprache redet, lernten Mitarbeitende des Landratsamtes und der Gemeinden in einem Tagesseminar mit dem Experten für Einfache Sprache, Dr. Mansour Neubauer. Auch die Auszubildenden des Landratsamtes im zweiten Lehrjahr nahmen an der Schulung teil.

 

Die Teilnehmenden werden zwar durch ein Tagesseminar nicht über Nacht zu Experten für einfache Sprache. Aber sie bekommen wichtige Hilfen, um im Arbeitsalltag Sprachbarrieren zu vermeiden. So werden die Schreiben der Behörde gleich verstanden und die Angestellten in der Verwaltung haben auch weniger Arbeit, wenn seltener Nachfragen kommen.

 

 

 

Inklusionsbegleitung

Im Herbst fand wieder eine Schulung zur Inklusionsbegleitung für Ehrenamtliche statt. Sie helfen Menschen mit Behinderung im Alltag, gestalten mit Ihnen die Freizeit, begleiten diese beim Einkaufen, oder helfen im Haushalt. Organisiert wurde die Schulung von der Inklusionskoordination und der Lebenshilfe Ostallgäu. Die Ehrenamtlichen, die alle sechs Module mitgemacht haben, erhielten das Zertifikat „Inklusionsbegleitung“.

 

Ab 2024 ist die Schulung deutlich kürzer – statt 40 Unterrichtsstunden, gibt es nun nur noch 30. Die einzelnen Module finden nicht mehr am Wochenende statt, sondern als Abendtermine.

 

Was sich nicht ändert: Die Fortbildung ist für alle offen, die sich ehrenamtlich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung engagieren wollen; es gibt keine Prüfungen und es macht Spaß teilzunehmen!

 

Wer Interesse hat, kann sich einfach an die Inklusionskoordination unter 08342 911 225 oder per E-Mail inklusion(at)lra-oal.bayern.de wenden.

 

Haben Sie es gemerkt? Dieser Text war in einfacher Sprache. Vielen Dank an die Prüfgruppe der Wertachtal-Werkstätten für die Hilfe. Sie haben nachgeschaut, wo es noch Probleme beim Verstehen gab.

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu

Inklusion

Tel. 08342 911-511

Fax 08342 911-563

 

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