Jahresbericht 2021

Umwelt- und Wasserrecht

Geothermie

Im Rahmen der Energiewende wird immer häufiger auf regenerative Energien zurückgegriffen; auch das Grundwasser spielt dabei mittlerweile eine bedeutende Rolle. Bei der Nutzung von oberflächennaher Geothermie (= Erdwärme) kommen verschiedene technische Systeme zum Einsatz, bei welchen in unterschiedlichster Weise auf das Grundwasser eingewirkt wird. Zum Beispiel wird das genutzte Grundwasser thermisch verändert oder es werden Stoffe in das Grundwasser eingebracht. Es ist immer eine standortbezogene Planung notwendig, um das geeignete Erschließungssystem für den Einzellfall zu finden. Im Folgenden werden die üblicherweise verwendeten Systeme kurz umschrieben:

 

 

Grundwasser-Wärmepumpen

 

Bei Grundwasser-Wärmepumpen wird Grundwasser über einen Entnahmebrunnen gefördert und nach Entzug der Wärmeenergie aus dem Wasser über einen Schluckbrunnen wieder dem Grundwasserleiter zugeführt. Die Tiefe der Brunnen ist von Grundwasserstand und - mächtigkeit abhängig. Wenn dem Grundwasser Wärme entzogen wird, kann die gewonnene Energie zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung verwendet werden. Es kann jedoch auch zur Kühlung von Gebäuden und Maschinen verwendet werden, indem dem Wasser Kälteenergie entzogen wird.

 

 

Erdwärmepumpe / Sole-Wasser-Pumpe

 

Beim Ausbau von Erdwärmesonden werden meist Kunststoffrohre in ein vertikal verlaufendes Bohrloch eingebracht. Durch die Rohre wird eine Wärmeträgerflüssigkeit gepumpt, die dabei die Temperatur des umliegenden Gesteins aufnimmt und anschließend entzieht eine Wärmepumpe der Flüssigkeit die Wärmeenergie. Die mögliche Leistung wird über die Länge und Anzahl der Sonden reguliert.

 

 

Eine andere Möglichkeit zur Nutzung von Erdwärme stellen Erdwärmekollektoren dar, bei welchen die Wärmetauscherrohre horizontal im Erdboden verlegt werden. Meist werden diese breitflächig in der Form von Schleifen verlegt, weshalb ein großer Platzbedarf besteht.

 

 

Ähnlich, jedoch etwas platzsparender, sind Erdwärmekörbe. Dabei werden Sondenrohre kegelförmig gewickelt und dann in einer Tiefe von bis zu 4 m unter Gelände in den Untergrund eingebracht.

 

 

Zur geothermischen Nutzung wurden im Landkreis Ostallgäu in den Jahren 2015 bis 2023 konstante wasserrechtliche Erlaubnisse erteilt (siehe Grafik rechts oben, vierte Abbildung).

 

 

50-jähriges Jubiläum der Kanal- und Kläranlagennachbarschaften im Ostallgäu

Ohne sie, würde nichts laufen in unserer Region – oder besser gesagt nichts ablaufen: unsere Kläranlagen.

Das Thema Abwasserentsorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung, dementsprechend steigen auch die Anforderungen an unsere Anlagen.

 

Seit mittlerweile 50 Jahren finden in Bayern Kanal- und Kläranlagennachbarschaften statt. Dabei handelt es sich um Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), die seit 1973 angeboten werden. In Bayern gibt es 92 Nachbarschaften, die jeweils aus etwa 15 benachbarten Betreibern von Abwasseranlagen bestehen. Das Ostallgäu wurde aufgrund der stark angestiegenen Anzahl von Abwasseranlagen in den 1980er/90er Jahren ab 1991 auf zwei Gruppen, die Kanal- und Kläranlagenachbarschaften Nord und Süd, aufgeteilt.

 

Das Betriebspersonal der Abwasseranlagen der Nachbarschaften im Ostallgäu trifft sich zweimal im Jahr bei einer Abwasseranlage der jeweiligen Gruppe unter der Leitung eines erfahrenen Abwassermeisters, dem sogenannten Nachbarschaftslehrer. Praxisnah werden dabei aktuelle Betriebsprobleme diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und technische und rechtliche Neuerungen vorgestellt. Die Teilnahme ist sowohl für das Betriebspersonal von öffentlichen (meist gemeindliche Anlagen) als auch von privaten, meist betrieblichen Abwasseranlagen und Kanalnetzbetreibern möglich. An den Nachbarschaftstagen im Ostallgäu nehmen auch Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten und des Landratsamtes teil; so wird der Kontakt zwischen den Betreibern der Anlagen und den Behörden gefördert.

 

 

Jubiläumsveranstaltungen in Kaltental und Lechbruck am See

 

Der Jubiläumsnachbarschaftstag für die Gruppe Nord fand am 31.10.2023 in Kaltental und für die Gruppe Süd am 02.11.2023 in Lechbruck statt. Themen waren unter anderem der Umgang mit privaten Abwassereinleitungen in das jeweilige Kanalnetz oder eine Berichtspflicht im Rahmen der Klärschlammentsorgung; zum Jubliäum wurden Highlights aus jedem Jahr seit der Gründung vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewässerrandstreifen an Gewässern III.Ordnung – Umsetzung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“

In Bayern ist am 1. August 2019 die gesetzliche Regelung zur Anlage eines Gewässerrandstreifens entlang natürlicher Bereiche fließender oder stehender Gewässer in Kraft getreten. Hieraus ergibt sich das Verbot, in einer Breite von mindestens 5 m von der Uferlinie (Gewässerrandstreifen), diese garten- oder ackerbaulich zu nutzen. Diese Maßnahme ist Teil der Umsetzung des Volksbegehrens und soll helfen die Artenvielfalt, speziell an Gewässern, zu fördern.

 

Damit klar ist, an welchen Gewässern ein Randstreifen einzuhalten ist, wurde eine Begehung und Einstufung der Gewässer im Landkreis durch das Wasserwirtschaftsamt Kempten durchgeführt. Die maßgebliche Randstreifenkulisse ist seit dem 01.07.2023 im Umweltatlas des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) eingestellt und für die Öffentlichkeit abrufbar.

 

 

Warum sind Gewässerrandstreifen so wichtig?

 

Sie haben zahlreiche Funktionen im Gewässerschutz und im Naturhaushalt. So dienen sie beispielsweise als Puffer gegen Stoffeinträge (Pflanzenschutzmittel, Feinmaterial, Düngemittel), dem Rückhalt von Nährstoffen und Feinmaterial bei Hochwasser und der Beschattung der Gewässer z. B. durch Bäume, Sträucher oder Hochstaudenfluren. Darüberhinaus haben sie eine wichtige Vernetzungsfunktion Gewässer – Aue und verknüpfen damit wertvolle Lebensräume. Sie werten das Landschaftsbild auf und schaffen artenreiche Lebens- und Rückzugsräume (Biodiversität) in und am Gewässer

 

Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren informiert und berät die Untere Wasserrechtsbehörde betroffene Grundstückseigentümer, damit die Einhaltung des Gewässerrandstreifens umgesetzt werden kann.

 

 

 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Wasserrecht

Tel. 08342 911-342
Fax 08342 911-556
 
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